Home » Allgemein, Do-It-Yourself, Featured

DIY – Wickeltisch auf der Waschmaschine

24 August 2013 Ein Kommentar

Häufig kommt in kleinen Wohnungen bzw. Wohnungen mit kleinem Kinderzimmer die Waschmaschine statt einer Wickelkommode als Wickelfläche zum Einsatz. Das ist praktisch,

könnte aber in ein paar Bereichen noch Verbesserungen vertragen. Kantenschutz, Ablagefläche, Ästhetik, Sicherheit – das waren die Punkte, die uns wichtig waren, als wir uns nach so etwas umgesehen haben. Und ja, es gibt so etwas auch von der Stange (http://www.amazon.de/gp/aw/d/B009NSLB76/ref=mp_s_a_1_2?qid=1377366635&sr=8-2), aber der Preis und die Einfachheit reizen dann doch, es selbst zu machen.
Schnell ist die Enttäuschung da, wenn man im Baumarkt seiner Wahl fest stellt, dass selbst das einfachste Kiefernholz in Summe teurer ist, als das fertige Teil beim e-Händler. Aber auch dem kann abgeholfen werden, indem eine große Auktionsplattform zu Nutze gezogen wird. Sich Birke-Sperrholzplatten zuschneiden zu lassen ist günstiger als man sich das vorstellt. So kommt man in Summe auf rund 30 EUR inklusive Versandkosten, was für die Multiplexplatten wirklich fair ist. Der Schreiner dabenmo liefert Platten, die keinerlei Grund zur Klage geben: (http://www.ebay.de/itm/Birke-Multiplex-Holz-Zuschnitte-Platte-12mm-Dick-/190757352299).
600x700x12mm als Grundplatte
712x200x12mm 2x als Seitenteile
600x200x12mm als Stirnplatte

Alle Teile.

Außerdem hilft einem dieses Werkzeug:

  • Stichsäge, mit Kurvensägeblatt für Multiplex/Sperrholz
  • Akkuschrauber mit anständigem Bitsatz
  • Meterstab
  • Schleifgerät, zB MultiMaster FMM250 mit Schleifteller und 80er und 160er Papier

Und dieses Material:

  • 13 Schrauben, zB 5,0×40 oder kleiner
  • Antikwachs

Ich hatte im dargestellten Modell leider einen Denkfehler bei der Bestellung der Platten, so dass ich die Seitenteile in 700mm statt 712mm bestellte, dadurch habe ich den Überstand an der offenen Seite. Inzwischen finde ich das sogar ganz hübsch, Perfektionisten bevorzugen aber vermutlich die plan abschließende Variante. Dafür unbedingt die 12mm Plattendicke einrechnen bei den umrandenden Platten.
Den Rundschnitt der Seitenteile kann man mit einem Zirkel vorzeichnen und dann mit einer Stichsäge (Blatt H2 oder irgendwas kurvenschnittgeeignetes, Hub Stufe 2 von 3, Geschwindigkeit 4) entlang der Bogenlinie sägen. Hier lieber wert darauf legen, dass der Schnitt sauber ausgeführt wird, als dass man peinlich darauf achtet genau auf der Linie zu sein. Dadurch entstehen dann nämlich bei ungeübten Heimwerkern so harte Kanten, dass man nachher viel schleifen muss, und dann der Bogen doch wieder ungleichmäßig ist. Also: Augen zudrücken und durch.

Ich habe mich für 3cm Überstand nach unten entschieden. Dieser Rand liefert eine stabile Haltekante über der Waschmaschine. Etwa genauso hoch ist der Deckel der Waschmaschine. Optisch gibt es dadurch also auch nichts zu beanstanden.

Alle Platten erreichen ihren Empfänger sägerau. Das bedeutet zum eeinen, dass die Platten wunderbar nach Holz riechen, zum anderen aber, dass man nach dem Vorbohren der Löcher aber vor dem Verschrauben der Platten auch Schleifarbeit zu erledigen hat. Ganz ehrlich, darauf habe ich mich unglaublich gefreut, weil das bedeutet, dass mein Fein MultiMaster wieder zum Einsatz kommen würde. Ich hole den orangen Koffer so gerne aus dem Kammerl, dass ich mir teilweise schon Projekte ausdenke, nur um den MultiMaster wieder zum Einsatz zu bringen. Das ist echte Verbundenheit eines Heimwerkers mit seinem Werkzeug!

Zur Nachbearbeitung der Rundschnitte der Stichsäge habe ich erst ein 80er Schleifpapier auf dem großen Schleifteller verwendet, danach für alle Kanten und vor allem Flächen das 160er. Geschwindigkeit 4 war für alles angebracht. Normalerweise reichen bei leichtem Druck 3 Durchgänge, um dem Birkenholz eine sagenhaft weiche, glatte Oberfläche zu geben. Die Kanten habe ich mit jeweils 2 Zügen in 20 Grad, 45 Grad und 70 Grad angeschliffen. Dadurch sind sie sympathisch abgerundet. Achtung: nur die offenen Kanten schleifen. Die Kanten, die auf Stoß mit anderen Platten Kontakt haben, muss und sollte man nicht anschleifen. Das sähe komisch aus und lässt am Stoß Platz für Schmutz und Feuchtigkeit.

Da meine Seitenteile nur 700mm lang sind, steht meine Grundplatte etwas hervor. Ich habe deren Ecken links und rechts mit dem MultiMaster abgerundet. Sieht aus, als wäre dieses Baukonzept so beabsichtigt gewesen.

Beschnitten, bebohrt und beschliffen.

Nun kommt der Zeitpunkt der Wahrheit, das Verschrauben. Weil sie da waren, kamen Terrassenschrauben (5,0×40) in Edelstahl zum Einsatz. Sicher nicht das schlechteste für einen feuchten Raum wie das Bad. Was dünneres wäre auch OK gewesen. Vorbohren muss man die Platten übrigens unbedingt, egal welche Schrauben man nimmt (SPAX vielleicht nicht, aber besser ist besser).

Ich habe mich für insgesamt 13 Schrauben entschieden. 4 auf jede Seite jeweils bei Position 5cm, 25cm, 45cm, 65cm. Die Stirnplatte hat 3 Schrauben bei 5cm, 30cm und 55cm. Und jeweils eine Schraube um Stirnplatte und Seitenplatte an der oberen Ecke zu verbinden. Vorgebohrt wurde mit einem 4er Holzbohrer. Der Holzbohrer hat eine feine Spitze, mit der sich präzise ansetzen lässt. da links und rechts vom 4er Loch auch nur 4mm bleiben, ist es wichtig hier sehr genau zu bohren. Sonst landet man womöglich noch außerhalb des Brettes mit dem Bohrer. Wenn man eben in den Baumarkt fahren kann, um Materialersatz zu holen, kein Problem, wenn man aber wieder auf den DHL-Mann warten muss: suboptimal.

Die Stirnplatte setzt in bisschen zu hoch an, so dass ein Höhenunterschied der Außenplatten von ca. 1mm festzustellen ist. Für mich war das innerhalb des Tolerierbaren. Ich hätte auch nochmal schleifen können.

Als finale Behandlung gegen Spritzwasser muss das Holz noch gewachst werden. Gerade Multiplex/Sperrholz ist empfindlich gegen Feuchtigkeit und sieht dann nicht mehr schön aus. Wachsen lassen sich aber nur die geschliffenen Abschnitte der Platte. Ich hatte mir die Unterseite der Grundplatte nicht vorgenommen beim Schleifen, hatte aber auch nicht vor sie zu wachsen. Sägeraues Holz und Wachs werden selten Freunde. Öl wollte ich übrigens nicht nehmen, weil ich auch hier bei Sperrholz eher skeptisch bin. Naturbelassenes Holz lässt sich perfekt ölen, bei Sperrholz hatte ich schon den Fall, dass sich die Fasern des Holzes aufgestellt haben. Und Wachs, in meinem Fall farbloses Antikwachs, ist eine klasse Alternative zu Öl.

Für den MultiMaster gibt es auch Polieraufsätze. Das wäre noch ein feine Sache gewesen, um den finalen Schritt des Polierens ein wenig zu erleichtern. Sowohl das Gerät selbst, als auch das Zubehör von Fein ist nicht gerade günstig. Bisher war es aber das Geld wert. Mal sehen, ob ich noch mehr Poliereinsätze plane, lege ich mir davon wohl was zu: http://www.multimaster.info/de_de/zubehor/polieren/

Und so sieht das Ganze dann aus:
WP_20130824_017

Ein Kommentar »

Hinterlasse dein Feedback!

Kommentar einfach unten hinzufügen, oder trackback von deiner Webseite eintragen. Du kannst diese Kommentare auch als RSS-Feed abonnieren.

Seid lieb zueinander. Bleibt sauber und beim Thema. Kein SPAM.

Du kannst diese Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieser Blog ist Gravatar-fähig. Um deinen eigenen, weltweit einzigartigen Avatar anzulegen, besuche die Seite von Gravatar.