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DIY – Projekt Kübelwagen: Die Hauptuntersuchung

24 Juli 2014 Keine Kommentare

HU und AU Plakette

Als nächstes ging es dann um die fällige Hauptuntersuchung. So ein bisschen Bammel hatte ich davor ja schon. Die HU-Prüfer sind für mich, trotz grundsätzlich guten Erfahrungen, immer ein unberechenbarer Faktor. Irgendwas kann ja immer auftauchen, was man vorher nicht gesehen hat oder womit man einfach nicht gerechnet hat.

Die nächste Prüfstelle bei uns im Münchner Westen ist die KÜS: http://www.kues-muenchen.de/pruefstelle-suchen/kues-muenchen-west

Der geneigte Leser wird feststellen, dass ich den Link poste und vermuten, dass ich das nicht tun würde, wenn ich mit den Leistungen der KÜS und dem Ergebnis unzufrieden gewesen wäre. Richtig. Um es vorweg zu nehmen, Der Kübel hat auf Anhieb HU und AU bestanden. Aber erzählenswert ist die Geschichte der HU am 18.07.2014 trotzdem. Warum? Weil ein VW 181 nicht alle Tage bei der KÜS West vorfährt.

An diesem Montag schüttete es wie aus Kübeln (vorsichtig, „aus“, nicht in alle Kübel). Der Weg von Auto Niebler in der Pippinger Straße 104 bis zum Prüfzentrum in der Anton-Böck-Straße 36 ist 6,5 Kilometer lang. Da sollt eigentlich nichts schief gehen, auch nicht bei Regen.

An der Ecke Lortzingstraße / Bodenseestraße ging der Kübel jedoch unvermittelt an der Ampel aus. Kein Strom mehr auf dem Motor, kein Licht, keine Warnblinkanlage. Alles aus.

 

Ich hatte wegen des starken Regens natürlich das Verdeck geschlossen, aber auch die Steckscheiben eingebaut. In dem Zusammenhang von Scheiben zu sprechen ist auch ein wenig euphemistisch, denn durchsichtig ist etwas anderes, als das, was die Steckscheiben boten. Hinzu kam, dass durch die feuchte Luft, die Frontscheibe zu beschlagen begann, und ich die Standheizung zum ersten Mal während der Fahrt einschaltete. Das als Fehlerursache zu erkennen kam mir aber erst nach einer Reihe von andern Gedanken.

1) Motor aus, was nu? Nochmal anlassen geht nicht, keine Kontrolleuchte gab auch nur einen Mucks von sich.

2) Schnell runter von der Straße, also schieben. Ein freundlicher Mann im Lieferwagen hinter mir half mir, den Kübel an der Ampel vorbei auf den Gehweg zu schieben.

3) Kein Strom, kein Licht, kein Anlasser. Entweder das Masseband hat sich von der Batterie wieder gelöst. Ein Blick nach hinten unter die Sitzbank widerlegte diese Annahme.

4) Oder die Sicherungen. Und da kam dann auch wieder die Standheizung ins Spiel. Logo. Das war einfach zu viel für den Kleinen. Feuchtes Wetter obendrauf. Es muss die Sicherung sein.

Der Kübel hat zwei Sicherungskästen. Einen links und einen rechts neben dem Lenkrad unten an den Armaturenbrettern. Und tatsächlich, die 16A Sicherung im Kasten rechts war durch. Der Verkäufer aus Nördlingen hatte erwähnt, dass es von diesen Sicherungen gerne mal eine durchhaut, weswegen er immer ein paar Ersatzsicherungen an Bord hatte. Und mir glücklicherweise auch diese Sammlung mitgegeben hatte. Darin enthalten war auch noch eine 15A Sicherung. Also erstmal Standheizung aus, Zündung aus. Und die neue Sicherung rein. Ein bisschen gefunkt hat es auch, weil die Konstruktion des Sicherungskasten den Deckel als Isolation vorsieht. Völlig hirnrissig, aber vermutlich zeitgemäß. Vielleicht ist auch irgendwo eine Fixierungsschraube lose oder fehlt, aber darum kümmere ich mich ein anderes Mal. Mit der ersetzten Sicherung lief der Kleine dann auch wieder. Und dem Gang zur KÜS stand nichts mehr im Wege.

Auf dem Hof der KÜS habe ich die fast blinden Scheiben wieder in den Kofferraum gepackt. Nicht dass der Prüfer noch auf die Idee kommt, diese mitzubewerten. Dann hätte ich mir die HU gleich mal abschminken können. Irgendwo hatte ich gelesen, dass der Kübel als geschlossenes Fahrzeug einige Kriterien nicht erfüllt, die HU-relevant sind. Dann doch lieber als Cabrio vorfahren. Aber das Verdeck wollte ich bei dem Wetter nicht öffnen, zumal ich nicht wusste, wie lange ich warten würde.

Die KÜS im Industriegebiet Freiham ist, sagen wir mal, übersichtlich. Drei Hallen, davon zwei für die HU und eine für die AU. Der Gang in die Anmeldung führte mich gleich durch die Halle, im Büro schaute sich der nette Prüfer meine Zulassungsbescheinigung an, und fragte in die karge Runde von 4 Personen, ob sich jemand mit VW Kurierwägen auskennen würde. Ohne ein Echo machte er die Prüfung dann doch selbst. Aber ich glaube ein wenig freute er sich darauf.

Bei den Standards Beleuchtung und Bremsen gab es nichts zu bemängeln. Und nachdem er sich getraut hatte, den Wagen auf der Bühne anzuheben, machte auch der Unterboden für ihn einen vorbildlichen Eindruck. Ich musste mir ja immer noch irgendwie bestätigen lassen, dass ich den Kaufpreis nicht in ein schwarzes Loch geschmissen hatte. Deswegen bin ich immer sehr hinterher, von allen nur erdenklichen Seiten einen positiven Zustandskommentar zu holen. Im rechten hintern Rahmenspitz sitzt wohl etwas Rost. Dort, so meinte der Prüfer, müsste voraussichtlich mal ein Blech eingeschweisst werden. Für die HU an diesem Tage nicht relevant, aber wenn ich beispielsweise nochmal ein H-Gutachten benötigen würde, dann wäre dort eine genauere Untersuchung notwendig. Das Lenkrad hat relativ viel Spiel, weswegen er sich die Hardyscheibe (eine Gummischeibe, die Lenkradstange mit Lenkgetriebe verbindet) genauer ansah. Aber dort zeigte sich keine Porosität, und das Thema wurde als „dann ist das wohl so“ mit einem Haken versehen. Zu den eben erst verbauten Neuteilen (Antriebsmanschetten, Lenkstangen und Traggelenkgummis) sagte er nichts weiter, nur dass wohl die gesamte Traggelenkgruppe irgendwann mal ausgetauscht worden sei.

Alle sin allem aber ein positives Ergebnis, und die HU war unserem Kübel sicher. Dass eine AU gemacht werden muss, war mir neu. Alles was dort aber gemessen wird, ist der Kohlenmonoxidgehalt (CO) des Abgases. Nachdem die Prüferin den Wagen händisch eintragen musste, weil der 181er nicht mehr in der Datenbank zu finden war, war aber auch da ein Haken dran. Es werden wohl immer wieder ältere Fahrzeuge aus der Datenbank entfernt, obwohl sie immer noch auf den Straßen unterwegs waren. Sehr zum Leidwesen der AU-Prüfer. „Da kostet das Programm mehrere 1000 Euro, und dann nehmen die einfach alte Fahrzeuge raus, als ob es die nicht mehr gäbe.“ Meine Vermutung: Performanceprobleme. Da hat jemand unsauber programmiert und muss nun die Datenbank immer wieder abspecken, um das Ding einigermaßen bedienbar zu halten. Alles Pappnasen.

Das wars! Ich hatte die positiven Prüfberichte. Alles was bemängelt wurde war eine fehlende Batteriepolabdeckung. Obwohl der Prüfer mir die während der Prüfung noch in die Hand gedrückt und ich sie direkt montiert hatte. Aber irgendwas steht besser in so einem Prüfbericht. Wenn die Mängelliste leer ist, dann sieht das so aus, als ob der Prüfer den Wagen gar nicht angeschaut hätte. Damit kann ich leben.

Und nun musste ich nur noch die roten Kennzeichen zurückbringen, und der Tag war eigentlich fast perfekt verlaufen. Nächster Halt: Zulassungsstelle Eichstätter Straße.

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